Geschichte des Weimaraners (Quelle: Journal of Animal Breeding and Genetics)

Der Weimaraner, ursprünglich auch als Weimar Vorstehhund bezeichnet, stellt eine alte Rasse von Jagdhunden dar. Sie stammt ursprünglich aus Deutschland, wo auch der erste Rassestandard für Weimaraner im Jahr 1878 festgelegt wurde. Der Name soll sich von einer Vorliebe der Kurfüsten zu Sachsen-Weimar für diese Hunde ableiten, wo sie in großer Anzahl gehalten und gezüchtet wurden.

Sicher ist, dass Weimaraner bereits im 17. Jahrhundert in ihrem heutigen Phänotyp auf Gemälden dargestellt wurden. Zur ursprünglichen Abstammung gibt es mehrere Theorien. Am wahrscheinlichsten ist, dass Weimaraner auf die St. Hubertus-Hunde zurückgehen. Wegen seines gegenüber anderen Jagdhunden ausgeglicheneren und ruhigeren Wesens wird allgemein davon ausgegangen, dass in Weimaraner wenig Pointer-Blut eingekreuzt wurde.

 

Der Phänotyp des Weimaraners

Gemäß dem FCI-Standard Nr.:  99/26.05.2015/DE wird der Weimaraner wie folgt beschrieben:

Verwendung:                                                  Vielseitiger Jagdgebrauchshund

Klassifikation FCI:                                         Gruppe 7, Vorstehhunde

Sektion 1.1:                                                     Kontinentale Vorstehhunde, Typ „Braque“

Allgemeines Erscheinungsbild:                 Mittelgroßer bis großer Jagdgebrauchshund; zweckmäßiger Arbeitstyp, formschön, sehnig, mit kräftiger Muskulatur. Der Rüden- bzw. Hündinnentyp soll eindeutig ausgeprägt sein.

Verhalten / Charakter (Wesen):              Vielseitiger leichtführiger, wesensfester und passionierter Jagdgebrauchshund mit systematischer und ausdauernder Suche, jedoch nicht übermäßig temperamentvoll; Nase von bemerkenswerter Güte; raubzeug- und wildscharf; auch wachsam, jedoch nicht aggressiv; zuverlässig im Vorstehen und in der Wasserarbeit; bemerkenswerte Neigung zur Arbeit nach dem Schuss.

 

Größe und Gewicht

Widerristhöhe:                                                Rüden: 59 bis 70 cm

                                                                          Hündinnen: 57 bis 65 cm

Gewicht:                                                           Rüden: ca. 30 bis 40 kg,

                                                                          Hündinnen: ca. 25 bis 35 kg

 

Felltypen und -Farben

 Die Deutsche Zucht unterscheidet zwei Varianten, welche sich durch ihren Felltyp unterscheiden: den verbreiteteren Kurzhaar- und den selteneren Langhaar-Weimaraner.

Neben dieser Unterscheidung in den Felltypen existieren auch Farbvarianten in der Weimaraner-Zucht. Diese reichen von Silber- über Reh-grau zu Maus-grau. (Vergleiche auch FCI-Standard Nr. 99). Die graue Farbe ist ein Ergebnis einer braunen Pigmentierung zusammen mit einer starken Aufhellung (Dilution) der schwarzen Farbe. Diese charakteristische Farbe führte dazu, dass Weimaraner auch als „die Grauen“ oder im anglikanischen Raum als „Grey Ghost“ bezeichnet werden.

Im Kontrast zu diesem Farbstandard existiert ein dunkler Typ Weimaraner, bei welchem die Abschwächung des schwarzen Pigmentes nicht so stark ausgefallen ist. Diese werden als „blaue Weimaraner“ bezeichnet. Blaue Weimaraner wurden über Jahrzehnte nur außerhalb von Deutschland gezüchtet, nachdem der letzte Weimaraner mit dunklen Farbmerkmalen, der Rüde Cäsar von Gaiberg im Jahr 1949 nach Amerika abgegeben worden war. Von diesem Rüden sind in den USA 195 Nachkommen verzeichnet, welche die Basis für die lange Tradition blauer Weimaraner in Amerika bilden. Auch von dieser dunklen Farbvariante existieren verschiedene Farbschattierungen, welche in „dunkel blau“ und „silber-blau“ unterschieden werden.